{broken soul.} ?
Zwei Kurzgeschichten von mir:

Mondlicht
Noch heute kann ich mich deutlich an den letzten Tag erinnern den ich mit Dir gemeinsam verbracht habe. Es war kalt und es hatte angefangen zu regnen. Der regen erwischte uns als wir gerade auf dem Heimweg waren. Zwei einsame Kinder ohne Eltern und Familie. Abgegeben in einem Heim, alleine und einsam. Doch wir lernten uns schnell kennen und merkten trotz unserer Kindheit dass wir uns auf ewig lieben würden. Wir stellten uns unter einen Baum, eng aneinandergedrängt um nicht nass zu werden. Doch der Regen erreichte uns trotzdem und durchnässte unsere Kleidung. Lange standen wir dort, Arm in Arm und lauschten der sanften Melodie des Regens.
"Nun sind alle Spuren fortgespült. Alles wurde wieder rein gewaschen." Ich zuckte ein wenig zusammen als Deine Stimme mich aus meinem Traum riss. Ich blickte dich an, sah in Deine großen braunen Augen und merkte dass sich ein Lächeln auf dein Gesicht legte. Ich weiß auch heute noch das ich die einzige bin der du je dein Lächeln gezeigt hast. Dieses Lächeln das tief aus deinem Herzen kam. Nur ich habe es je gesehen.
"Man kann den Mond gar nicht sehen. Ist er den verschwunden?" frage ich Dich und deute in den Abendhimmel. Als antwort bekomme ich eine Kopfnuss und du siehst mich tadelnd an. "Klar kann man den Mond sehen. Schau dort, nichts könnte je sein Licht verstecken. Sonst wäre es doch dunkel auf der Welt. Wenn sein Licht nicht scheinen würde währe die Nacht so finster das du nicht einmal deine eigene Hand sehen könntest."
Ich kann noch heute Deine entrüstete Stimme hören als du mir das sagtest. Ich weiß dass ich kicherte und wir kurz darauf lachten. Doch dann schwiegen wir wieder, wir dachten beide daran dass wir ab morgen getrennt sein würden. Tränen stiegen mir in die Augen und liefen meine Wangen hinunter. "Ich will nicht von dir weg. Ich will bei dir bleiben." sagte ich und klammerte mich an dich. Deine Hand fuhr sanft durch mein langes Haar und ich spürte wie du mich einen Moment lang an dich drücktest bevor du mich sanft von dir schobst und mich aufmunternd ansahst. "Es werden nur ein paar Jahre sein. Sie werden schnell vergehen, du wirst es sehen. Ich schwöre dir beim Mond dass wir uns wieder sehen werden. Solange sein Licht jede Nacht erhellt werde ich dich nie vergessen und wir werden uns wieder sehen. Das verspreche ich dir." das waren deine letzten Worte an mich
. Hast du nie daran gedacht das es eine Nacht geben könnte in der das Licht des Mondes versteckt wird? Du hast mich belogen. Ich habe dich seitdem nie wieder gesehen. Du hast mir am nächsten morgen nicht Lebwohl gesagt. Ich wusste bis heute nicht warum.
Es ist nun 10 Jahre her. Genau heute vor zehn Jahren habe ich das letzte Mal in deine Augen geblickt. Und nun stehe ich alleine hier in dieser dunklen Nacht.
Ich habe dir Lilien mitgebracht. Es sind Deine Lieblingsblumen, das weiß ich noch genau. Vorsichtig lege ich sie auf die noch feuchte Erde. Der Regen hat schon vor Stunden aufgehört. Alles um mich herum ist still. Es ist so dunkel das Ich noch nicht einmal meine eigene Hand vor Augen sehen kann.
Heute Nacht haben wir Mondfinsternis.........................

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Weiße Kirschblüte
"Du kommst ganz sicher wieder? Versprichst du mir das auch? Bitte… du musst wieder zu mir kommen. Bleib nicht zu lange weg, ja? Ich warte hier auf Dich!!! Jedes Jahr… ich werde nicht weggehen. Versprochen...... versprochen…." Wie als wäre es eine Art Zauber wiederholte das Mädchen diese Worte immer und immer wieder. Selbst als der Wagen in dem ihr junger Freund wegfuhr schon nicht mehr zu sehen war stand sie noch auf der Straße und blickte in die langsam aufkommende Dunkelheit. Die anderen Leute in dem Ort begannen schon über sie zu reden. Gerüchte nahmen ihren lauf doch sie störte es nicht. Sie würde auf ihn warten, egal wie lange er fort sein würde, sie würde immer auf ihn warten…..
Anfangs noch redeten alle über sie wie sie jeden Tag zu dem kleinen Hügel aufstieg wo der Kirschbaum stand, doch nun nach weit über 10 Jahren sagte niemand mehr etwas. Jeder wusste dass sie pünktlich bei Sonnenaufgang aufbrach und erst wieder bei Sonnenuntergang zurückkam. Einigen Leuten tat Sie leid, andere machten sich lustig über sie und wieder rum anderen war es egal was Sie tat. Manch einer stieg ihr nach und versuchte Sie dazu zu bewegen etwas anderes zu tun, das Leben zu genießen doch Sie Weigerte sich. Sie war fest davon überzeugt dass er eines Tages zurückkommen würde. Und er würde hier herauf kommen wo er Sie finden würde. "Ich habe ihm versprochen dass ich auf ihn warten werde. Ich halte meine Versprechen. Ich weiß dass er mich liebt, genauso wie ich ihn liebe. Und sobald er hier ist werde ich es ihm sagen, ich werde ihm sagen was ich schon vor langer Zeit hätte tun sollen." Meinte Sie eines Tages zu einem jungen Mann der zu ihr auf den Berg gestiegen war. "Denkst du er hätte das gewollt? Das Du schon seit 10 Jahren jeden Tag hier heraufkommst, das du all die Zeit alleine bist, dein Leben nicht leben kannst. Denkst du das hätte er gewollt?" bekam sie als antwort zu hören. Und er sah sie aus großen dunklen Augen an "Ich weiß es nicht. Aber ich kann einfach nicht anders als auf ihn zu warten. Ich kann nicht anders als das nachzuholen was ich verpasst habe als ich die Möglichkeit dazu hatte." Sie blickte ihn aus ihren leuchtend grünen Augen an "Versprich mir dass Du nie etwas unausgesprochen lässt was dir auf der Seele liegt. Versprich mir dass Du niemals etwas auf den nächsten Tag verschieben wirst sondern es sofort tust. Denn nur dann wirst du nie etwas bereuen müssen." Einige Zeit standen sie schweigend auf dem Hügel und blickten sich in die Augen während der Wind durch ihr Haar fuhr. Lange dachte er über die Bedeutung ihrer Worte nach. "Denkst du das der Baum unter dem du seit 10 Jahren stehst irgendwann einmal wieder Blüten tragen wird?" Sie lächelte ihn an und sank in das weiche Gras um sich gegen den kräftigen Stamm des Kirschbaumes zu lehnen. "Wenn sein Tag gekommen ist wird er wieder blühen, schöner als jemals zuvor…. Ganz bestimmt wird dieser Tag irgendwann kommen." Ihre Stimme klang müde und sie schloss die Augen. Lange Zeit noch stand der junge Mann bei ihr. Erst als die Sonne unterging kehrte er ihr den Rücken zu und verschwand.
Am nächsten Morgen war das Dorf in Heller Aufruhr und der junge Mann sah und hörte sich verwirrt um. Er hatte ein merkwürdiges Gefühl und rannte den Berg hinauf. Dort angekommen fand er jedoch nicht wie sonst immer die junge Frau. An der Stelle wo sie nun all die Jahre gestanden hatte, sah er einen Mann der ungefähr in ihrem Alter sein musste. Dieser blickte ihn aus traurigen braunen Augen an. "Was wohl mit ihr geschehen sein mag…. Nach all den Jahren…. Nun bin ich zu spät… Sie ist verschwunden." Der junge Mann wollte ihm antworten als er eine einzelne kleine Blüte an einem Ast des Baumes entdeckte. Er ging hin und legte behutsam die Hand darauf um sie nicht zu zerstören. "Nein das sind Sie nicht. Sie sind genau zur Rechten Zeit an diesem Ort. Den heute ist der Tag gekommen auf den sie 10 Jahre lang gewartet hat."
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